Die Place de la Concorde ist umgeben von den Champs-Elysées im Westen, dem Jardin des Tuileries im Osten, der Rue Royale und La Madeleine im Norden sowie der Seine im Süden. Seit ihrem Bau Mitte des 18. Jahrhunderts nimmt sie in Paris aber ebenfalls innerhalb der Geschichte Frankreichs eine strategisch wichtige Position ein. Durch ihre Fläche von 8,64 Hektar handelt es sich ebenfalls um den größten Platz der französischen Hauptstadt.

Rückblick auf eine mehr als zweihundertjährige Geschichte.

Ein königlicher Platz!

Seine Geschichte beginnt im Jahr 1748 am Höhepunkt der Herrschaft von Ludwig XV. Zu dieser Zeit möchte die Stadt Paris eine Reiterstatue zu Ehren des Königs errichten. Der Bildhauer Edmé Bouchardon wird mit der Anfertigung beauftragt. Aber diese Statue erfordert einen... königlichen Rahmen!

Ein Architekturwettbewerb wird ausgeschrieben, und fast 150 Projekte werden eingereicht: rechtes und linkes Seine-Ufer, auf den Inseln der Seine... alle Lösungen werden in Betracht gezogen. Nach langem Zögern - immerhin 5 Jahre! - wird eine breite Promenade im Westen des Jardin des Tuileries ausgewählt.

Obwohl diese Entscheidung heute offensichtlich erscheint, fällt die Wahl de facto aus rationalen Gründen auf diesen Standort. Erstens gehört das Gelände dem König, sodass Kosten und notwendige Enteignungen für die Konstruktion des Platzes vermieden werden können. Zweitens befindet sich die Stadt Paris gerade in einer Entwicklungsdynamik: neue Viertel werden im Westen entlang des Faubourg Saint-Honoré gebaut. Und zuletzt sind der Platz und seine Architektur ein echtes Bindeglied zwischen dem Jardin des Tuileries und den Champs-Elysées.

 

Wussten Sie das?

Es gibt in Paris zwei weitere königliche Plätze: die Place Vendôme zu Ehren von Ludwig XIV., und die Place des Vosges zu Ehren seines Vaters Ludwig XIII.

Auch im Übrigen sind in Frankreich zahlreiche königliche Plätze zu finden: Rennes, Reims, Nantes, Bordeaux, Marseille, Lyon oder auch die Place du Peyrou in Montpellier und... die Place Stanislas in Nancy zu Ehren von Stanislas Leczynski, König von Polen!

 

La statue équestre de Louis XIII place des Vosges à Paris

Die Reiterstatue von Ludwig XIII. auf der Place des Vosges in Paris

 

Die Architektur der Place Louis XV.

1753 wird ein Architekturwettbewerb für die Gestaltung des Platzes ausgeschrieben: Die Mitglieder der königlichen Akademie für Architektur reichen insgesamt neunzehn Projekte ein. Diese Vorschläge werden alle in einem Album zusammengefasst und dem Marquis de Marigny, Directeur des Bâtiments du Roi [Leiter der Bauwerke des Königs], übermittelt. Aber kein einziges Projekt stellt Ludwig XV. zufrieden. Schlussendlich fasst Ange-Jacques Gabriel, erster Architekt des Königs die besten Ideen der verschiedenen Projekte zusammen und verwendet sie für die Gestaltung der zukünftigen Place Louis XV.

Die Bauarbeiten beginnen ab 1758, aber der Platz wird erst 1772 fertiggestellt, d. h. 24 Jahre nach dem Wunsch der Stadt Paris, eine Reiterstatue von Ludwig XV. zu errichten.

Die gewünschte Architektur von Gabriel:

  • eine achteckige Fläche mit einer Balustrade, umgeben von 20 Meter breiten begrünten Gräben;
  • Im Norden zwei identische Paläste im klassischen Stil entlang der Rue Royale, die zu La Madeleine führt. Das Bauwerk im Osten war zuerst der Sitz des Garde-Meuble de la Couronne und dann des Ministeriums der Marine. Im privaten Palast im Westen befinden sich heute das Hôtel Crillon und der Sitz des "Automobile Club de France";
  • Im Süden ist der Platz vollständig zur Seine hin geöffnet.

 

La place Louis XV en 1763, estampe de George-Louis Le Rouge

Die Place Louis XV. im Jahr 1763, Holzdruck von George-Louis le Rouge

 

Anekdote

Am 30. Mai 1770 werden Festlichkeiten anlässlich der Heirat des Thronfolgers und zukünftigen Ludwig XVI. und Marie-Antoinette von Österreich veranstaltet. In den Ehrensalons des Garde-Meuble laufen die Vorbereitungen zu einem Ball, während für das Pariser Volk ein Feuerwerk auf dem Platz veranstaltet wird. Aber es passiert eine Katastrophe! Eine verirrte Rakete verursacht ein Feuer, das eine tödliche Panikreaktion der Menschenmenge auslöst. Das Fest ist vorbei und der Empfang wird abgesagt.

 

Die Französische Revolution

Die Geschichte des Platzes Louis XV. ist tief geprägt von der Französischen Revolution, die 1789 ausbricht.

Was gibt es Besseres, um die Spuren des Ancien Régime auszulöschen, als den Namen eines Platzes zu Ehren des Königs zu ändern? Die Place Louis XV. wird somit am 11. August 1792, dem Tag nach der Abschaffung der Monarchie, in Place de la Révolution umbenannt. Als Symbol wird die Reiterstatue von Ludwig XV. von ihrem Sockel gestürzt und eingeschmolzen! An ihrer Stelle wird zwischen 1793 und 1800 eine Gipsstatue von François-Frédéric Lemot aufgestellt, die eine allegorische Figur der Freiheit mit Jakobinermütze darstellt.

Ist es die Lage, die Symbolik des Namens oder ganz einfach die Größe... auf jeden Fall wird auf diesem Platz die Guillotine aufgestellt. Zunächst wurde diese Wahl nur für die Hinrichtung von Ludwig XVI. am 31. Januar 1793 getroffen, allerdings sollte sie danach dauerhaft auf dem Platz stehen bleiben. Zu den zum Tode verurteilten und auf der Place de la Révolution hingerichteten Personen zählen u. a.: Ludwig XVI., Marie-Antoinette, Charlotte Corday, Madame du Barry (die letzte Mätresse von Ludwig XV.), Danton, Robespierre...

 

Eine aussagekräftige Zahl ?

Von den 2.498 Personen, die während der 6 Jahre dauernden Revolution auf der Guillotine den Tod fanden, wurden 1.119 auf der Place de la Révolution enthauptet.

 

Une exécution capitale, place de la Révolution, peinture de Pierre-Antoine Demachy (vers 1793)

Hinrichtung durch Enthauptung, Place de la Révolution, Malerei von Pierre-Antoine Demachy (um 1793)

 

19. Jahrhundert: Der Platz wird Place de la Concorde

Im Zuge der verschiedenen politischen Systeme wird in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts der Name des Platzes mehrmals geändert. Unter dem Konsulat 1795 heißt er zunächst “Place de la Concorde” und wird dann 1826 auf Initiative von Karl X. zu Ehren seines verstorbenen Bruders in “Place Louis XVI.” umbenannt. Schlussendlich nimmt der Platz 1830 seinen endgültigen Namen an: Place de la Concorde. Die Wahl dieses Namens ist kein Zufall. Der Begriff "Concorde" [Eintracht] soll die Aussöhnung des französischen Volkes nach den Ausschweifungen der revolutionären Terrorherrschaft und den politischen Umbrüchen gegen Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts verdeutlichen. Er betont somit die Bedeutung des Platzes im politischen und symbolischen Leben von Frankreich zu dieser Zeit.

Als Dank für die Entzifferung der Hieroglyphen durch Champollion schenkt der ägyptische Vizekönig Muhammad Ali Pascha Frankreich im Jahr 1831 den Obelisken des Tempels von Luxor in Theben. Er wird am 25. Oktober 1836 in der Mitte der Place de la Concorde auf Befehl von Ludwig-Philipp I., König der Franzosen, aufgestellt, der den Ereignissen von den Salons im Hôtel de la Marine aus beiwohnt!

 

Wussten Sie das?

Der Obelisk ist ebenfalls eine Sonnenuhr! In der Tat wirft er seinen Schatten auf die Linien und römischen Ziffern aus Metall, die im Bodenbelag des Platzes eingeprägt sind, sodass der Betrachter die Uhrzeit ablesen kann.

 

Zwischen 1836 und 1846 durchlebt die Place de la Concorde seine letzten bedeutenden Veränderungen dank der Arbeiten des Architekten Jacques-Ignace Hittorff.

Unter Bezugnahme auf die Marine, dessen Sitz sich seit Beginn der Revolution im Gebäude des königlichen Garde-Meuble befindet, fügt der Architekt rund um den Platz verschiedene Elemente hinzu:

  • Zwei monumentale Brunnen, die den Obelisken umrahmen. Auf der Seite der Seine offenbart der Brunnen "Fontaine des Mers" ein Dekor mit Darstellungen des Mittelmeers, der Ozeane und des Fischfangs. Auf der Seite der Rue Royale ist der Brunnen "Fontaine des Fleuves" mit sitzenden Figuren verziert, bei denen es sich um allegorische Darstellungen der Flüsse Rhein und Rhône sowie der Trauben- und Weizenernte handelt.
  • Laternen und Rostra-Säulen - Triumphsäulen zum Andenken an Seesiege - sind mit Schiffsbugmotiven verziert. Sie tragen ebenfalls den Leitspruch der Stadt Paris: (Fluctuat nec mergitur [Schwankt, aber geht nicht unter).
  • An allen Ecken des Platzes stellen acht Statuen jeweils eine französische Stadt dar: Brest und Rouen im Nordwesten, Lille und Straßburg im Nordosten, Lyon und Marseille im Südosten, und Bordeaux und Nantes im Südwesten.

 

La place de la Concorde, ses fontaines et ses lampadaires sur une carte postale éditée par le magasin Le Bon Marché

 

Die Place de la Concorde, seine Brunnen und Laternen auf einer Postkarte, herausgegeben vom Kaufhaus Le Bon Marché

 

20. und 21. Jahrhundert: Die Place de la Concorde als Mittelpunkt von Paris und Frankreich

Im 20. und 21. Jahrhundert ist die Place de la Concorde weiterhin der Schauplatz zahlreicher bedeutsamer Ereignisse:

  • Am 6. Februar 1934 ereignen sich infolge einer antiparlamentarischen Demonstration vor der Abgeordnetenkammer überaus gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten der Ligen der extremen Rechten und den Sicherheitskräften. Bilanz: 20 Tote und 2.300 Verletzte, sodass es sich um das blutigste Feuergefecht der Dritten Republik handelt. Dieses Ereignis sollte das politische Leben in Frankreich nachhaltig prägen.
  • 23. März 1937: Die Place de la Concorde und alle seine architektonische Elemente werden unter Denkmalschutz gestellt.
  • 1995 und 2007 feiern hier Jacques Chirac und Nicolas Sarkozy ihren Sieg bei der französischen Präsidentenwahl.

Dank der Öffnung des Hôtel de la Marine und seiner Restaurants zum Hof spielt die Place de la Concorde erneut eine zentrale Rolle im Alltag der Pariser Einwohner!