Hier drängen und treffen sich die Gäste, man spricht über Literatur und Wissenschaften. In den Salons der französischen Hauptstadt geben sich die einflussreichsten Adeligen und bekanntesten Künstler die Klinke in die Hand. Der Ruf eines Salons hängt von der Qualität der Konversation, aber auch den Gastgeberqualitäten der Hausherrin ab. 

Wie werden Gäste standesgemäß empfangen? Wie macht man sich einen Namen im mondänen Paris des 18. Jahrhundert? Madame Thierry de Ville-d'Avray, die Gemahlin des Intendanten des Garde-Meuble de la Couronne, lädt uns in die Salons ihres luxuriösen Wohngemachs an der Place de la Concorde ein.

1. Ratschlag: In komfortablen Innenräumen empfangen

Madame Thierry de Ville-d'Avray empfängt uns im prachtvollen Ecksalon und ihrer Bibliothek. Das Dekor hier ist ein Vermächtnis des ehemaligen Untermieters, Pierre-Elisabeth de Fontanieu, erster Intendant des Garde-Meuble, der es vom Architekten und Zeichner des Garde-Meuble Jacques Gondouin anfertigen ließ.

Die Möbel zeichnen sich durch hohe Eleganz aus und laden die Gäste ein, sich mit der Hausherrin und den zahlreichen anwesenden Intellektuellen zu unterhalten. An diesem Ort befindet sich ebenfalls eine wunderschöne Bibliothek, die einen perfekten Rahmen für Gedichtlesungen, philosophische Gespräche und Vorlesungen bietet …Zudem halten hier regelmäßig die Werke der größten Denker der damaligen Zeit Einzug.

 

Lecture de la tragédie de "L'Orphelin de la Chine" de Voltaire dans le salon de madame Geoffrin

Lektüre der Tragödie von Voltaire "L'Orphelin de la Chine [Der Waise in China] im Salon von Madame Geoffrin, gemalt von Gabriel Lemonnier im Jahr 1812.

 

2. Ratschlag: Die Tischkultur

Bei einem Empfang unter besten Bedingungen müssen den Gästen ebenfalls die köstlichsten Speisen serviert werden.

"Ich lasse diese Gerichte im schönsten französischen Tischservice auftragen. Meine Diener servieren die wohltemperierten Gerichte mithilfe einer Servierplatte, die in einem Büffet verborgen ist, direkt am Tisch im Esszimmer: Somit können sich meine Gäste direkt bedienen!" So ungefähr hätte uns Madame Thierry de Ville-d'Avray ihre Tischgewohnheiten erklären können.

Der Koch von Madame Thierry de Ville-d'Avray weiß zahlreiche Lebensmittel, die von den Seeleuten aus Amerika oder Asien mitgebracht werden, perfekt zuzubereiten: Kartoffeln, Tomaten, indischer Pfeffer (Anm. d. Red.: Chili) oder auch Hühner aus Amerika (Anm. d. Red.: der "Truthahn"!) Aber es werden ebenfalls Austern, Fisch und verschiedene, mit Honig gesüßte Kuchen serviert. Diese Gaumenfreuden genießt man in Begleitung von Champagner und ausgesuchten Weinen!

Um mit einer süßen Note abzuschließen, empfiehlt Madame Thierry de Ville-d'Avray, heiße Schokolade oder den erst kürzlich entdeckten Kaffee aus der Neuen Welt auf der anderen Seite des Atlantiks zu servieren.

Je nach Tageszeit werden die Mahlzeiten in Form eines Buffets, an dem sich die Gäste selbst bedienen, oder bei Tisch serviert. Die Hausdiener stellen dann die Gerichte auf den Tisch, an dem die Gäste Platz genommen haben, wobei besonders auf die Gesamtästhetik geachtet wird. Die Gäste bedienen sich an den Gerichten, die vor ihnen auf dem Tisch stehen: Der Maître d'Hôtel muss somit darauf achten, die besonders raffinierten Speisen je nach Rangordnung der Gäste zu platzieren. Das wird als "französischer Service" bezeichnet.

 

Damit ist der Erfolg Ihres literarischen Kreises garantiert! Entdecken auch Sie das kulinarische Angebot im Hôtel de la Marine und besuchen Sie das Restaurant von Jean-François Piège, die Bar von Alain Ducasse oder das Café Lapérouse.